Scart, YUV, HDMI, Cinch, Composite... – Wer gute Verbindungen für seine TV- und HiFi-Geräte sucht, sieht sich mit zahlreichen Abkürzungen und Fremdworten konfrontiert. Nicht nur das: Hat man herausgefunden welche Kabel zwischen Musikanlage und Lautsprecher oder zwischen AV-Receiver und TV-Gerät unbedingt stecken sollten, trifft man auf zahlreiche Verbindungen, deren Stecker zwar passen, die jedoch technisch anders aufgebaut sind, anders aussehen und auch unterschiedlich viel kosten.
Noch komplizierter wird es, wenn mehrere Möglichkeiten zur Auswahl stehen, die Geräte anzuschließen. Verbindungen lassen sich erfolgreich mit vielen Kabeln herstellen. Doch nur weil Ton hörbar und ein Bild sichtbar sind, heißt das nicht, dass man alles richtig gemacht hat. Das beste Ergebnis gibt es nur, wenn die Geräte die bestmögliche Verbindung eingehen.
Wer das Optimum aus seinen Geräten herausholen möchte, muss nicht nur richtig verkabeln, sondern auch die optimalen Verbindungen finden. Top-Geräte alleine reichen nicht aus. Denn die Qualität der gesamten Signalkette bestimmt das schwächste Glied maßgeblich mit. Oft sind das die Kabel. Daher sollten Sie nicht am falschen Ende sparen. Wie Sie die besten Kabel finden und worauf Sie beim Zusammenstecken achten sollten, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln. (pr)
Original oder Extra?
Zum Lieferumfang vieler Geräte zählen oft auch die passenden Kabel, um die nötigen Verbindungen herzustellen. Allerdings wählen die Hersteller hier meistens die günstigste Lösung, die technisch funktioniert, aber im Endeffekt nicht die beste Qualität liefert. Dünne, kurze Strippen sind günstig und liegen deshalb häufig mit im Karton.
Besonders wichtig ist der Austausch der mitgelieferten Verbindungen, wenn sie nur die technisch einfachste Übertragungsmöglichkeit ermöglichen, das erworbene Gerät aber mit avancierteren und besseren Schnittstellen arbeiten kann. Tauschte man die Kabel nicht, verschenkte man einen Grossteil der möglichen Qualität. Je teurer dabei die Anschaffung war, desto ärgerlicher ist dieser Effekt.
Austausch kann für alle sinnvoll sein
Sinn kann der Austausch auch dann machen, wenn zwar Kabel für die neueste Technik im Paket liegen, diese aber in der einfachsten Ausführung sind, also mit dünnen, ungeschirmten Leitungen und einfachen Blechsteckern arbeiten. Auch hier macht sich der Austausch gegen hochwertige Kabel bemerkbar. Meist ist der Gewinn sofort hör- und auch sichtbar.
Neue Kabel sind folglich ein Thema für alle und nicht nur für diejenigen, denen ein Kabel abhanden gekommen ist oder bei deren Hardware das Anschlusskabel nicht zum Lieferumfang gehörte.
Analog oder digital?
Ist eine digitale Verbindung immer die bessere Alternative? Diese Frage muss man differenziert sehen. Für Videolösungen gilt ganz klar: Wenn ein digitaler Anschluss möglich ist, sollte man diesen in jedem Fall wählen. Darüber gibt es eindeutig die beste Bildqualität. Grund: Durch ein digitales Kabel fließen nur Nullen und Einsen. Diese kommen ganz oder gar nicht durch, nicht jedoch schwach oder stark. Bleiben Informationen unterwegs hängen, kann eine in die verbundenen Geräte integrierte Fehlerkorrektur den Schaden ausmerzen und die fehlenden Informationen hinzurechnen. Allerdings: Muss die Fehlerkorrektur stark eingreifen, kann das die Ton- oder Bildqualität beeinträchtigen. Wenn möglich, wählt man für digitale Videoanschlüsse den HDMI-Anschluss, der auch den Ton digital überträgt (mehr zu HDMI weiter unten).
Audio auch analog
Für die Audio-Verkabelung lässt sich das nicht so leicht entscheiden. Der digitale Anschluss (siehe S/P-DIF und TOSLINK weiter unten) liefert in jedem Fall sehr gute Ergebnisse und ist keinesfalls eine schlechte Wahl. Anders als bei Videosignalen gilt für Audio jedoch: Es lassen sich auch über analoge Leitungen hervorragende Klangergebnisse erzielen. Hier kommt es vielmehr auf die Qualität von Kabel, Stecker und Anschlussbuchse an.
Kabellänge beachten
Problem aller Analogverbindungen: Die Signalqualität nimmt mit der Länge der Verbindung ab. Besonders lange Kabel sind somit oft problematisch. Wer sehr lange Strippen benötigt, sollte auf einen sehr niedrigen Dämpfungsfaktor achten. Dieser gibt an, wie stark die Qualität beeinträchtigt wird. Er wird in Dezibel (dB) gemessen. Zudem sollte man hier besonderen Wert auf die richtige Impedanz, also den Widerstand, dem der Signalstrom ausgesetzt ist, legen. Man nennt ihn auch Wellenwiderstand. Er wird in Ohm (O) gemessen. Dieser liegt an den Buchsen der Geräte in der Regel bei 75 Ohm. Idealerweise weist das Kabel denselben Wert auf. Stimmen die Werte nicht überein, sind schlechterer Ton, etwa starkes Rauschen und eventuell Geisterbilder die Folge.
Sparsam stöpseln
Bedenken Sie, dass die Angaben für den Widerstand nur für maximal fünfmaliges Stecken gelten müssen. Wer öfter an- und abkoppelt verschlechtert den Kontakt und verändert damit den Widerstand negativ. Tipp: Nicht öfter als nötig umstecken. Auch entscheidend: gute Abschirmung (siehe nächstes Kapitel).
Wichtig: Auch Digitalverbindungen dürfen nicht beliebig lang sein, da der Fluss der digitalen Daten ebenfalls der Physik, also Dämpfung und Widerstand unterliegt. Setzen Sie idealerweise immer nur so lange Kabel ein, wie Sie unbedingt benötigen.
Abschirmung
Mit Abschirmung meint man die Ummantelung der Leiter im Kabel. Sie soll Störeinflüsse in Form von elektromagnetischen Strahlungen von den Leitern fernhalten. Solche Störungen beeinflussen die Übertragung und können die Signalqualität verschlechtern.
Eine Ursache für Störstrahlung können etwa Stromleitungen sein; eine andere: kräftige Netzteile. Beide können den Informationsfluss negativ beeinträchtigen. Auch Handys und Schnurlostelefone verursachen mitunter Probleme. Die Folge: Störungen im Bild werden sichtbar, der Kontrast wird schwächer, Farben blass oder verfälscht dargestellt. Besonders betroffen sind analoge Übertragungswege. Das Problem an digitalen Leitungen ist deutlich geringer aber dennoch vorhanden.
Die Abschirmung wird oft durch das so genannte Schirmungsmaß in Dezibel (dB) und zuweilen auch als Schirmungsklasse angegeben. Wählen Sie Schirmungsklasse A und ein Schirmungsmaß von mindestens 90 Dezibel. Topkabel erreichen Werte von mehr als 120 Dezibel. Wer HDTV-Signale über Satellit empfangen möchte, sollte 120 Dezibel nicht unterschreiten. Zudem gilt: Je aufwendiger die Kabelabschirmung, desto geringer die Störeinflüsse. Mehrfache Abschirmung ist gegenüber einfacher Abschirmung im Vorteil.
Kontaktfrage
Der Übergang zwischen Gerät und Kabel hat entscheidenden Einfluss auf die zu übertragenden Daten. Bei schlechtem Kontakt, geht ein Teil der Informationen verloren, der nicht im Kabel oder dem empfangenen Gerät ankommt. Zudem können schlechte Kontakte Störungen einstreuen und Bild- und Tonqualität beeinflussen, beziehungsweise entscheidend stören, etwa durch sichtbare Bildstörungen, Brummen, Verzerrungen und anderes.
Vorteil Gold
Idealerweise dürfen beim Übergang zwischen Gerät und Kabel keine Informationen verloren gehen. Stecker und Buchse sollten deshalb möglichst aus demselben Material gefertigt sein. Erste Wahl ist dafür Gold. Der Einsatz des Edelmetalls ist nicht nur Effekthascherei, sondern bringt handfeste Vorteile mit sich. Gold ist ein idealer Leiter. Er stellt sicher, dass keine Informationen an der Kontaktstelle verloren gehen. Zudem ist Gold ideal gegen Korrosion geschützt.
Korrosion, hauptsächlich durch die Luftfeuchtigkeit verursacht, legt sich wie ein Belag auf Stecker und Buchsen und verschlechtert damit den Kontakt. Folge: Weniger Daten gelangen ins Kabel und dort wieder heraus, mit den bereits beschriebenen Folgen. Gold am Kabel macht auch dann Sinn, wenn die Buchse am Gerät nicht vergoldet ist, ganz einfach, weil auch eine Teilverbesserung eine Verbesserung ist. Ist die Buchse vergoldet sollte man in jedem Fall, den Einsatz eines Kabels mit vergoldeten Steckern erwägen.
Stabile Verbindung
Grundsätzlich sollte jeder Stecker stabil sein, so dass er auch sehr häufiges An- und Abstöpseln unbeschadet übersteht. Das Kabel selbst muss flexibel genug sein, wenn man es um scharfe Ecken herum verlegen möchte. Heftig knicken darf man ein Kabel niemals. Dann besteht die Gefahr, dass eine oder mehrere Leiterbahnen brechen. Der Datenfluss wäre dann komplett unterbrochen oder zumindest kräftig gestört.
Kabelarten
Wer TV- und HiFi-Komponenten miteinander verbinden möchte, kann aus verschiedenen Alternativen auswählen. Dazu sollte er wissen, welche Verbindung die beste Bild- und/oder Tonqualität verspricht und auch, worauf er bei der Auswahl der jeweiligen Kabel achten sollte. Es folgt nun eine alphabetische Auflistung der wichtigsten Kabeltypen mit einer Beschreibung und Tipps für die Auswahl.
Antennenkabel
Für den TV-Empfang benötigt man ein Antennenkabel, ganz gleich, ob man die Signale per Antenne, Kabel oder Satellit empfängt. Die Datenübertragung von Antenne oder Wandsteckdose erfolgt immer noch analog. Sie sind zudem oft sehr lang, da sie über weite Strecken durch Haus oder Wohnung verlegt werden müssen. Das erhöht die Gefahr von Störstrahlung. Eine gute Abschirmung ist deshalb sehr wichtig.
Auf bereits verlegtes Kabel hat man keinen Einfluss mehr. Dennoch kann man auf den letzten Metern in den eigenen vier Wänden die Qualität noch beeinflussen. Ein hochwertiges Kabel mit aufwendiger Abschirmung stellt sicher, dass auf dem Weg zum Fernseher oder Radio nicht unnötig Informationen verloren gehen, beziehungsweise es nicht zur Signalverschlechterung kommt. Besonders wichtig: der exakte Widerstand von 75 Ohm. Gerade Schnäppchenprodukte haben hier oft Defizite.
TV und Radio
Die technische Ausführung der Kabel ist abhängig vom Empfangstyp. Analoge und digitale Fernsehsignale, die per Antenne (DVB-T) oder über das Kabel (DVB-C) ins Haus gelangen, arbeiten mit dem gleichen Kabeltyp, der sich nur in eine Richtung mit Empfangseinheit und TV-Gerät verbinden lässt. Meist benötigt man zwei Kabel: Eines verbindet die Antenne oder Hausanschluss mit dem Videorekorder und von diesem führt ein zweites Kabel zum Fernseher. Für den Radioempfang verwendet man denselben Kabeltypen, vertauscht allerdings die Kabelenden. Somit ist sichergestellt, dass es am Anschluss nicht zu Verwechslungen kommt.
Satellitenempfang
Das Antennenkabel für den Satellitenempfang unterscheidet sich durch die verwendeten Stecker. Diese werden nicht gesteckt, sondern an die jeweiligen Buchsen angeschraubt. Das Kabel muss meist lange Wege von der Parabolantenne bis zum Receiver zurücklegen. Daher ist auch hier eine gute Schirmung wichtig. Möchten man HDTV-Signale empfangen, wird diese noch wichtiger, da hier sichergestellt sein muss, dass eine deutlich höhere Datenmenge ungehindert hindurchfließen kann (siehe Kapitel Abschirmung).
Jedes Satelliten-Antennenkabel kann nur ein Programmpaket übertragen. Wer einen Sender sehen und einen zweiten aufzeichnen möchte, benötigt eine zweite Empfangseinheit am LNB (Low Noise Block Converter - Empfangseinheit vor der Parabolantenne), eine zweite Kabelverbindung und einen Receiver mit zwei Satelliten-Tunern.
Cinch
Der Cinch-Anschluss ist der Standard-Anschluss für reine Tonübertragung. Man nutzt ihn aber auch um Videosignale zu transferieren. Das Wort Cinch ist ein englisches Wort für Kinderspiel. Es soll symbolisieren, wie einfach die Verwendung dieses Steckertyps ist. Die Übertragung erfolgt in der Regel analog, zuweilen aber auch digital (siehe S/P-DIF weiter unten). International kennt man ihn unter dem Kürzel RCA (Radio Corporation of America).
Koaxialkabel
Der verwendete Kabeltyp heißt Koaxialkabel. Das ist ein zweipoliges Kabel, das aus einem Innenleiter und einer äußeren Masseabschirmung besteht. An den Farben der Stecker lässt sich ablesen, für welches Signal die Kabel jeweils gedacht sind. Rot steht für den rechten Audiokanal, weiß für den linken. Durch orangenfarbige Stecker fließt das digitale Audiosignal S/P-DIF (Sony/Philips Digital Interface). Schwarz ist der Anschluss für einen aktiven Subwoofer (Basslautsprecher). Gelb überträgt das FBAS-Videosignal (Farbe, Bild, Austastung, Synchronisation) und der Verbund von Rot, Grün und Blau ist zuständig für die Videosignale von YUV (Component Video).
Cinch-Kabel gelten als relativ anfällig gegenüber Störungen. Bei ungeschirmten Kabeln besteht zudem die Gefahr des Übersprechens. Das bedeutet, dass Informationen von einem Kanal in das Kabel eines anderen Kanals eindringen können. Eine gute Abschirmung sollte daher selbstverständlich sein. Der Austausch der Beipackkabel führt fast immer zu besserem Ton und klarerem Bild.
Günstig und gut?
Günstige Strippen besitzen oft Stecker, die zu fest oder zu locker an den jeweiligen Buchsen sitzen. Grund: Es fehlt eine regulierende Norm. Bei zu fest sitzenden Steckern ist die Gefahr hoch, dass das Aufstecken und Lösen die Buchse oder das Gerät beschädigen. Sitzt der Stecker zu locker, stört das die Signalübertragung. Leider liegen auch die Innenwiderstände der Kabel nicht einheitlich bei 75 Ohm, was zu Lautstärkeunterschieden und auch Verzerrungen führen kann. Bei hochwertigen Kabeln sind die Stecker in der Regel mit passgenauen Steckern versehen und die Innenwiderstände entsprechen den üblichen 75 Ohm.
Vorsicht beim Anschließen
Trotz des vermeintlichen Kinderspiels Cinch-Verbindungen herzustellen, sollte man nicht allzu sorglos dabei vorgehen. Auf keinen Fall sollten Sie die Kabel bei eingeschalteten Geräten an- oder abstöpseln. Der Grund ist ganz einfach: Der hervorstehende Leiter bekommt vor der kreisförmigen Masseabschirmung am Rand Kontakt, was zur Beschädigung der Geräte führen kann.
Übrigens, für die Tonübertragung bedeutet der analoge Signalweg der Cinch-Lösung keinen nennenswerten Nachteil. Wer hochwertige Analog- und Digitalverbindungen miteinander vergleicht, dürfte keinen Unterschied heraushören. Die Signale lassen sich sogar ohne spürbaren Qualitätsunterschied aufsplitten. Mittels so genanntem Y-Adapter finden zwei Kabel an einer Buchse Anschluss. So lassen sich beispielsweise zwei Endstufen von nur einem Vorverstärker antreiben.
DVI
Das Digital Visual Interface, kurz DVI, ist der digitale Nachfolger der analogen VGA-Schnittstelle. Es kommt hauptsächlich im PC-Bereich zum Einsatz, eignet sich aber auch als Alternative zu HDMI (siehe weiter unten), um Daten digital in den Flachbildfernseher zu übertragen. Dazu beherrscht die Schnittstelle den Kopierschutz HDCP (High-bandwith Digital Content Protection). Dieser kann die Übertragung von Inhalten komplett unterbinden oder nur eine verminderte Qualität gestatten, vergleichbar etwa mit analogen Signalen. HDCP kann auch die vollwertige Anzeige erlauben, die Aufzeichnung jedoch unterbinden. Die Unterstützung des Kopierschutzes ist für DVI jedoch keine Pflicht. Wer darauf Wert legt, sollte die technischen Angaben genau prüfen.
Einfacher und doppelter Datendurchsatz
Man unterscheidet bei DVI-Kabeln zwischen Single-Link- und Dual-Link-Übertragung. Über erstere lassen sich bis zu 3,7 Gigabit Daten pro Sekunde übertragen, während letztere bis zu 7,4 Gigabit pro Sekunde verkraftet. Die maximal transferierbare Auflösung über Single-Link beträt 1.920 mal 1.200 Bildpunkte, also FullHD-Auflösung. Dual-Link-Verbindungen können bis zu 2.560 mal 1.600 Bildpunkte übertragen.
Die Stecker haben zwei Kontaktbereiche. Dreiviertel der Steckerfläche sind mit bis zu 24 Steckkontakten ausgefüllt. Im verbleibenden Viertel befinden sich ja nach Ausführung ein oder fünf Kontakte, vier eckige und ein flacher breiterer Kontakt. Man unterscheidet drei Steckertypen: DVI-I, DVI-D und DVI-A.
Unterschiedliche Versionen
DVI-I (I: Integrated) ist weit verbreitet. Dieser Typ kann analoge und digitale Signale verarbeiten. Single-Link-Versionen besitzen 18 plus fünf Steckkontakte. Dual-Link-Versionen sind voll bestückt, besitzen folglich 24 plus fünf Kontakte. Damit können sie Bilder mit bis zu 2.560 mal 1.600 Bildpunkten übertragen. DVI-D (D: Digital) verarbeitet nur digitale Signale. Diese Version besitzt 15 plus einen (Single Link) respektive 24 plus einen (Dual Link) Kontakt. DVI-A (A: Analog) verarbeitet ausschließlich analoge Signale. Entsprechende Stecker gibt es nur in einfacher Version mit zwölf plus fünf Kontakten. Sie passen an DVI-I-Ports.
DVI-Kabel sollten nicht länger als 15 Meter sein, je kürzer sie sind, desto besser. Wird das Kabel zu lang, verschlechtert sich bei analoger Übertragung das Bild. Sichtbar etwa an zunehmender Unschärfe. Bei digitaler Übertragung treten Bildfehler auf oder der Bildschirm bleibt schwarz. Bei normaler Kabelqualität beträgt die Maximallänge fünf Meter. Für sehr lange Distanzen über 15 Meter ist ein so genannter DVI-Verstärker nötig. Er bereitet das Signal auf und verstärkt es.
FBAS
Über FBAS-Kabel (Farbe, Bild, Austastung, Synchronisation) werden analoge Videosignale übertragen. An ihren Enden befinden sich gelbe Cinch-Stecker. Man findet sie auch unter der Bezeichnung Composite Video. Helligkeits- und Farbinformationen bündeln sie in einem Signal, was dazu führt, dass FBAS das schlechteste aller Analogbilder bietet. Vorteile haben diese Kabel bei großen Kabellängen von zehn Metern und mehr, da sie weniger anfällig gegenüber Störeinflüssen sind als etwa S-Video-Verbindungen (siehe unten). Dennoch gilt: Gibt es andere Anschlussalternativen, sollte man nicht auf FBAS setzen.
HDMI
Das High Definition Multimedia Interface, kurz HDMI, ist der digitale Nachfolger der Scart-Schnittstelle (siehe weiter unten). Der Anschluss überträgt TV-Signale in allen HDTV-Auflösungen und Raumklang-Tonsignale in einem kleinen Kabel. Dieses besteht aus mehreren Adern, getrennt etwa nach Farb- und Tonsignalen. HDMI beherrscht den Kopierschutz HDCP.
Kabellänge
Video- und Audiodaten gelangen unkomprimiert durch HDMI-Kabel. Um Übertragungsprobleme zu vermeiden, sollten die Kabel nicht länger als 15 Meter sein. Bei längeren Versionen kann es zu Störungen kommen. Dann bleibt beispielsweise der Bildschirm schwarz. Wer möchte, kann auch mehr als 15 Meter überbrücken. Dann benötigt man zusätzlich einen Repeater, also einen Signalverstärker. Diese bereiten das Signal neu auf und verstärken es. Häufig haben AV-Receiver bereits solche Signalverstärker integriert.
Spezifikation
HDMI-Kabel sollten die jeweils geltende höchste Spezifikation unterstützen, um den vollen Funktionsumfang der Technik uneingeschränkt nutzen zu können. Obwohl die Daten digital durch die Leitungen flutschen, ist der Qualitätsgewinn durch hochwertige Kabel hör- und sehbar. Wer nur einfache Versionen verwendet, die den Geräten beilagen, sollte den Austausch gegen hochwertigere Versionen erwägen.
Lautsprecherkabel
Bei Lautsprecherkabeln kommen, wie bei den meisten anderen Kabeln ebenfalls, Kupferkabel zum Einsatz. Sie sind jedoch oft weniger aufwendig abgeschirmt als Verbindungskabel zwischen den Geräten, da sie weniger Störeinflüssen unterliegen, beziehungsweise, diese hier weniger kritisch sind.
Durchmesser nebensächlich
Der Kabeldurchmesser spielt nur eine untergeordnete Rolle. Dickere Kabel haben eigentlich nur bei längeren Lauflängen Vorteile, da weniger Verluste durch Dämpfung auftreten. Klanglich lassen sich bei kurzen Entfernungen kaum Unterschiede wahrnehmen. Wichtiger werden dicke Kabel auch, wenn große Leistungen übertragen werden sollen, also die Lautsprecher sehr viel Watt benötigen und sehr laut spielen sollen. Für normale Lautstärken in Wohnzimmern genügen doch meist ein bis fünf Watt Gesamtleistung, um es richtig krachen zu lassen, so dass auch dünnere Kabel gute Dienste verrichten.
Ausnahme: Besonders hochwertige Lautsprecherkabel sind häufig sehr dick. Einige ähneln zuweilen sogar Gartenschläuchen. Hier ist nicht der Leiter besonders massiv, sondern die Abschirmung extrem aufwendig. Oder die Leiterbahnen sind aufwendig verdrillt und um einen Hohlleiter, respektive eine Innenabschirmung gewickelt, sodass ein fingerdicker Durchmesser nötig wird. Dieser Kabeltyp hat eindeutige Klangvorteile. Allerdings sind diese häufig nur bei sehr hochwertigen Geräten und Lautsprechern deutlich wahrnehmbar.
Verbindungen wichtig
Nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang hat die Art, wie man die Kabel mit Geräten und Lautsprechern verbindet. Die schlechteste Verbindung stellen einfache Klemmen her, in die der Kupferleiter eingeklemmt wird. Hier bekommen nur wenige der zahlreichen kleinen Kupferlitzen Kontakt, so dass viel Information verpufft. Zudem besitzen die Klemmen einen relativ hohen Übergangswiderstand, der ebenfalls dem guten Klang im Wege steht. Besser geeignet sind Drehverschlüsse, die das Kabel fest an den Kontakt quetschen. Sie stellen sicher, dass die komplette Information übertragen werden kann.
Vorteil Bananenstecker und Kabelschuhe
Eine gute Alternative sind vergoldete Bananenstecker. Sie nehmen das Kabel auf und schützen es vor Korrosion. Gleichzeitig stellen sie festen Kontakt zwischen den Geräten und Lautsprechern her. Stecker und Buchsen sind allerdings nicht genormt, so dass ein lockerer Kontakt mehr Nach- als Vorteile bringen kann. Ideal sind Kabelschuhe. Auch diese nehmen das Lautsprecherkabel komplett auf und schützen es vor Korrosion. Ihr Vorteil: Sie werden fest mit Lautsprechern und Verstärker/AV-Receiver verschraubt, so dass optimaler Kontakt sichergestellt ist. Bananenstecker und Kabelschuhe lassen sich in der Regel nur an schraubbaren Buchsen anbringen. Wer lediglich Klemmen am Gerät hat, sollte die Kabelenden mit hochwertigem Lötzinn zu einer Einheit verschmelzen.
Korrekter Anschluss
Wichtig ist, die Lautsprecherkabel richtig verpolt anzuschließen, also vom Minusausgang des Verstärkers an den Minuseingang des Lautsprechers, sowie Plus an Plus. Vertauscht man die Pole an einem Lautsprecher, verbindet also Minus mit Plus, beeinträchtigt das den Klang negativ. Die räumliche Abbildung geht verloren, so dass man Instrumente oder Stimmen nicht mehr eindeutig lokalisieren kann. Die Geräte leiden dabei glücklicherweise nicht.
Scart
Das Scart-Kabel, auch Euro-AV genannt, ist die klassische Analogverbindung zwischen TV-Gerät, Videorekorder, DVD-Player, Satelliten-Receiver und anderen. Es überträgt Bild und Ton. Standardmäßig gelangt für die Bildübertragung ein FBAS-Signal durch die Stränge. Scart überträgt aber auch S-Video und im RGB-Verfahren. Die beiden Letztgenannten liefern ein höherwertiges Signal. Damit das Scart-Kabel darauf wechselt, muss man diese in den verbundenen Geräten einstellen. Das klappt nicht mit jedem Fernseher. Gibt es mehrere Scart-Anschlüsse und das TV-Gerät weigert sich an einem Anschluss ein S-Videosignal anzunehmen, testen Sie die übrigen. Oft ist nur eine Buchse in der Lage S-Video zu verarbeiten.
Scart-Stecker besitzen 21 Kontakte, wobei man jedoch auch auf Kabel trifft, die weniger Pins besitzen. Letztere übertragen in der Regel nur das FBAS-Signal. Wer ein vollwertiges Kabel haben möchte, sollte auf die Anzahl der Kontakte achten. Zuweilen bezeichnen die Hersteller vollwertige Kabel auch mit Bezeichnungen wie RGB-Kabel oder RGB-Video.
Auch bei Scart-Kabeln bringt es Vorteile, die Standardstrippen auszutauschen und auf hochwertige Versionen zu setzen. Die Signalträger sind besser abgeschirmt, was auch für die Adern zur Tonübertragung gilt. Folge: Man sieht und hört besser. Insgesamt wird das Bild ruhiger und ausgewogener, zuweilen ist es auch ein wenig schärfer.
S/P-DIF und TOSLINK
Wer Töne digital transportieren möchte, braucht eine S/P-DIF-Schnittstelle (Sony/Philips Digital Interface) oder einen TOSLINK-Anschluss (TOShiba-LINK). S/P-DIF beschreibt dabei weder Stecker noch Kabel, sondern ist eine Spezifikation für die Schnittstelle. Für alle Kanäle ist nur ein einziges Kabel nötig. Es handelt sich dabei um ein Koaxialkabel mit häufig orangenfarbigen Cinch-Steckern. Relativ selten trifft man auf Klinkenstecker mit 3,5 Millimeter Durchmesser wie man ihn von einem tragbaren Kopfhörer kennt oder 6,3 Millimeter wie beim Kopfhörer an der Hifi-Anlage.
Auch für TOSLINK-Verbindungen ist nur ein Kabel für alle Signale nötig. Unterschied zu S/P-DIF: Die Übertragung erfolgt optisch mittels klarem Kunststoff, ähnlich wie bei einem Glasfaserkabel. Das hat einen großen Vorteil: TOSLINK-Kabel sind nahezu immun gegenüber Störeinflüssen. Dem stehen aber auch Nachteile gegenüber: Die Kabel lassen sich schlechter biegen und somit schwieriger verlegen. Zudem besitzt Kunststoff eine höhere Dämpfung als Kupfer, was nur kurze Verbindungen erlaubt.
Ursprünglich kamen beide Verbindungen nur für Stereoton zum Einsatz, inzwischen verwendet man sie aber auch für digitalen Raumklang im Heimkino. Der Innenwiderstand der Kabel ist auf 75 Ohm genormt. Klanglich bietet die digitale Tonübertragung gegenüber der analogen Lösung nahezu keine Vorteile, so dass man auch guten Gewissens zu letzterer greifen kann.
S-Video
Neben FBAS und YUV (siehe weiter unten) bietet S-Video (Separate Video) ebenfalls eine Möglichkeit der analogen Videoübertragung. Der Anschluss erfolgt über eine Mini-DIN-Buchse, die sich in der Regel direkt neben dem FBAS-Anschluss befindet. S-Video überträgt die Farb- und Helligkeitsinformationen in getrennten Leitern, was zu einer höheren Bildqualität gegenüber FBAS führt. Dies gilt allerdings nur bis zu etwa zehn Meter Kabellänge, da S-Video anfälliger gegenüber Störungen ist. Somit ist es hier besonders wichtig auf eine gute Abschirmung zu achten. Beim Anbringen der Stecker sollte man vorsichtig sein, denn die kleinen Stifte sind relativ empfindlich. Verbiegt einer oder bricht ab, leidet das Bild unmittelbar.
VGA
Der VGA-Anschluss (Video Graphics Array) ist in erster Linie eine PC-Schnittstelle. Man findet den Anschluss aber auch an Flachbildschirmen und Projektoren. TV-Geräte macht er zum riesigen PC-Monitor. Die Bildübertragung erfolgt in allen Fällen analog. Die Bedeutung von VGA nimmt jedoch zusehends ab. Grund: Für den Anschluss an den PC verwendet man heute die hochwertigeren DVI- oder HDMI-Ports, die zudem auch Bilder mit höheren Auflösungen übertragen können. Ein Vorteil bleibt aber: VGA-Kabel mit hoher Qualität, also guter Abschirmung und geringer Dämpfung, übertragen die Signale problemlos bis zu 40 Meter weit, manchmal auch darüber hinaus.
XLR
XLR (Xternal, Live, Return) ist die Bezeichnung für einen Stecker- und Kabeltyp, der hauptsächlich im professionellen Umfeld zum Einsatz kommt, zum Beispiel in Tonstudios. XLR ist eine Alternative zu Cinch. Die Mehrheit der Stecker ist dreipolig. Sie übertragen die Signale analog. Man trifft aber auch auf fünfpolige Varianten, die digitale Signale übertragen können. Vierpolige Versionen dienen zum Anschluss von professionellen Videokameras und versorgen diese zugleich mit Strom.
Großer Vorteil von XLR: Die Kabel übertragen die Daten symmetrisch. Das heißt, man sendet zwei identische Signale, wobei eines eine entgegengesetzte Polarität aufweist. Das hat zur Folge, dass Störungen einfach eliminiert werden und das Signal unverfälscht die Kabel passieren kann. Dieser Trick reduziert Störungen und ermöglicht sehr lange Kabel. Die Stecker werden arretiert, was die Verbindung fester macht. Beim Anschluss bekommt – anders als bei Cinch – erst der Masseleiter Kontakt vor den Signalleitern, was eine Beschädigung bei eingeschalteten Geräten verhindert. Klanglich bieten XLR-Kabel gegenüber hochwertigen Cinch-Strippen kaum Vorteile.
YUV
Dieser Verbindungstyp ist auch als Komponenten oder Component Video bekannt. Die drei Buchstaben stehen für Helligkeit (Y), Rot- (U) und Blauwerte (V). Die Übertragungsart ist analog. Als einziges Analogsignal erlaubt YUV den HDTV-Anschluss. Da es jedoch nicht mit Kopierschutz HDCP zurechtkommt, eignet es sich nur für ungeschützte Datenströme.
Zum Anschluss sind drei Cinch-Kabel nötig. Die Stecker haben jeweils die Farben Rot, Grün und Blau. Den Ton muss man separat übertragen. YUV kann bei manchen TV-Geräten Probleme machen. So kann es vorkommen, dass diese den YUV-Anschluss nur über Adapter am VGA- oder DVI-I-Eingang gestatten. Stolperfalle: Viele Adapter verwenden das RGB-Format anstelle von YUV.
YUV bietet von allen analogen Alternativen die beste Bildqualität. Mit hochwertigen Kabeln lässt sich das Signal problemlos über Distanzen von 15 Metern und mehr schicken. Das Bild sieht dann immer noch besser aus als bei einer sehr kurzen FBAS-Verbindung.
Adapter
Es gibt für viele Steckverbindungen Adapter, die zwischen unkompatiblen Steckverbindungen vermitteln können. Einerseits sind sie praktisch, weil sie die Anschaffung eines Kabels überflüssig machen. Auf der anderen Seite stellen sie aber auch stets einen Kompromiss dar. Denn man baut eine weitere Brücke ein, über die die Signale fließen müssen. Das kann den Widerstand erhöhen und Störungen begünstigen. Zudem können die Adapter Ton- und Bildqualität beeinträchtigen, wenn sie aus einfachen Bauteilen gefertigt sind. Die optimale Lösung bleibt daher immer ein passendes Kabel zu verwenden. Wenn man dennoch auf einen Adapter zurückgreifen muss, sollte auch dieser aus hochwertigen Komponenten gefertigt sein und idealerweise über Goldkontakte verfügen.
Störungen
Bei Verwendung von ausschließlich hochwertigen Kabeln kann man Störungen praktisch ausschließen. Auch bei einfachen Versionen müssen diese nicht auftreten. Hier kann es aber schon eher zu Problemen können. Mit einfachen Tricks lassen sich diese aber zumeist aus der Welt schaffen.
Brummschleifen
Wenn Sie ein konstantes Brummen in den Lautsprechern hören, ist etwas faul. Manchmal hilft es bereits einen Netzstecker um 180 Grad zu drehen. Testen Sie es zunächst bei einem Gerät, dann beim zweiten. Drehen Sie immer nur einen Stecker um, nicht beide. Das würde das Problem nicht lösen.
Haben Sie noch weitere Cinch-Kabel zur Hand, tauschen Sie die verwendeten Kabel testweise nacheinander bei den Geräten aus. Verschwindet das Brummen, war das zuvor getauschte Kabel der Übertäter. Dieses war entweder Störsignalen ausgesetzt oder hat einen Defekt. Testen Sie das Kabel erneut. Verlegen Sie es jedoch nicht parallel zu Cinch-Kabeln anderer Geräte und vor allem nicht parallel zu Stromkabeln. Die Störsignale sind geringer, wenn sich die Kabel in einem 90-Grad-Winkel kreuzen. Verschwindet das Problem nicht, sollten Sie die Kabel austauschen.
Ist eines der an die Anlage angeschlossenen Geräte mit einem Antennenkabel verbunden, klemmen Sie einen Mantelstromfilter zwischen Antennenkabel und Gerät. Hilft das nicht, kann der Austausch der Netzleiste das Problem lösen. Wählen Sie eine Leiste mit integriertem Netzfilter. Dieser sollte das Problem beheben, indem er die Störfrequenzen einfach herausfiltert. Meist haben entsprechende Leisten auch einen Überspannungsschutz integriert, so dass sie gleichzeitig Ihre Geräte vor Stromschwankungen schützen.
Bildstörungen
Schlechtes TV-Bild kann durch ein schlechtes TV-Signal verursacht werden. Setzt man voraus, dass die Zuleitung zu Haus oder Wohnung in Ordnung ist, kann der Grund in einem zu langen Antennenkabel liegen. Bei einfachen Versionen kann die Dämpfung sehr hoch sein, so dass viele Informationen auf der (langen) Strecke bleiben. Problem können auch heftige Knicke machen oder Möbel, die auf dem Kabel stehen.
Testen sie ein anderes Kabel. Bringt das keinen Erfolg, schließen Sie ein hochwertiges Antennenkabel mit starker Abschirmung an. Hilft auch das nicht weiter, kann der Einsatz eines Antennenverstärkers das Problem lösen. Sie verstärken das schwache Signal und verhelfen somit zu einem besseren Bild. Den besten Effekt erreichen Sie, wenn Sie den Verstärker so nahe wie möglich an der Quelle, also am Haus- oder Wohnungsanschluss einsetzen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie das unverfälschte Signal verstärken. In der Nähe des Fernsehers eingesetzt, besteht demgegenüber die Gefahr, auch die Störungen mit zu verstärken.