In der U-Bahn, im Urlaub oder einfach nur im Wohnzimmer – ein Netbook ist ein kleiner praktischer PC, den man leicht überall mit hinnehmen kann. Es ist ideal, um schnell mal etwas im Internet zu suchen, die E-Mail abzufragen, mit Freunden zu chatten oder den Blog zu ergänzen.
Dank des kleinen Gehäuses und des bescheidenen Gewichts, benötigt es in Tasche oder Rucksack wenig Platz. Dennoch kann man fast alles damit machen, was auch mit einem Notebook oder Desktop-Computer möglich ist. Ein vollwertiger Ersatz kann ein Netbook für beide jedoch nicht sein. Dafür ist die Rechenleistung kaum ausreichend und das Display zu klein. Als mobile Spielstation oder Videoschnittplatz ist es genauso wenig geeignet wie zur intensiven Bildbearbeitung mit grossen Dateien.
Ideales Zweit- oder Drittgerät
Ein Netbook ist vielmehr ein ideales Zweit- oder Drittgerät. Dank seiner vielseitigen Netzwerkanschlüsse lässt es sich leicht mit vorhandenen PCs abgleichen. Ebenso einfach ist der Zugriff aufs Internet möglich. Ein Netbook ist keine Spielerei, sondern eine sinnvolle Ergänzung für diejenigen, die immer und überall ihre Daten benötigen. Gleichzeitig kann so ein winziger Klapp-PC für alle, die bisher keinen Computer benutzt haben, ein günstiger Einstieg in die PC-Welt sein.
Der Preis eines Netbooks stellt nur eine geringe Hürde dar; besonders günstige Versionen kosten gerade einmal 200 Euro. Man kann aber auch gut und gerne das Doppelte oder mehr bezahlen, abhängig von der Ausstattung. Zu welchem Gerät man greift, ist bedingt durch den Einsatzzweck. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erfahren Sie in den folgenden Kapiteln. (pr)
Gewicht und Masse
Entscheidende Kriterien für einen Immer-dabei-PC sind zunächst dessen Masse sowie das Gewicht. Das Netbook soll deutlich kleiner und auch erheblich leichter als ein Notebook sein, was für nahezu alle Geräte auch zutrifft. So wiegen Fliegengewichte nicht einmal ein Kilogramm und schwerere Brocken selten mehr als 1,5 Kilogramm. Beides liegt somit deutlich unter dem Durchschnittsgewicht ausgewachsener Notebooks, das sich etwa zwischen 3 und 3,5 Kilogramm bewegt.
Die Grösse von kleinen Geräten entspricht etwa der eines DIN-A5-Blattes, grössere Versionen bewegen sich zwischen DIN-A5- und DIN-A4-Blattgröße. Die Dicke variiert, ist bei vielen jedoch nicht gleichmässig. Relativ häufig ist der hintere Gehäuseteil dicker als der vordere. Das macht das Verstauen in engen Taschen mitunter etwas schwierig, hat aber nebenbei den Vorteil, dass die Tastatur beim Schreiben angenehm schräg liegt.
Kein optisches Laufwerk
Kleiner Wermutstropfen: Aufgrund der geringen Gehäusemasse müssen Netbooks ohne DVD-Laufwerk auskommen. Wer darauf Wert legt, sollte zu einem vollwertigen Notebook greifen. Eine Alternative ist ein externes DVD-Laufwerk.
Display
Das erste Netbook besass gerade einmal eine Diagonale von sieben Zoll. Das sind nur knapp 18 Zentimeter und somit relativ wenig. Die zweite Generation wartete immerhin schon mit 8,9 Zoll auf, was knapp 23 Zentimeter entspricht. Das ist auch heute noch ein verbreitetes Mass. Mit dieser Grösse lässt sich eine Textverarbeitung genauso sinnvoll nutzen, wie ein Webbrowser. Ebenfalls populär: Netbooks mit 10-Zoll-Bildschirm (knapp 26 Zentimeter). Sie geben noch mehr Sicht auf Programme und Dokumente frei, führen aber auch zu grösseren Gehäusen.
Auflösung
Nicht unwichtig ist die Auflösung der Bildschirme. Viele Webseiten sind auf eine Breite von 1.024 Pixel ausgelegt. Kann der Monitor diese nicht darstellen, sieht man immer nur einen Ausschnitt und muss ständig scrollen. Ähnliches gilt auch für Programme, die mit vielen Paletten arbeiten. Empfehlenswert ist daher die WSVGA-Auflösung, die aus 1.024 mal 600 Punkten besteht. Ein Nachteil größerer Diagonalen und höherer Auflösungen ist der wachsende Energiehunger der Displays, der damit einhergeht. Es gilt folglich, einen Kompromiss zwischen Ansicht und Durchhaltevermögen zu finden.
Grafikprozessor
Ebenfalls einen Blick sollte man auf den verwendeten Grafikprozessor werfen. Er ist es, der das Display antreibt und die Geschwindigkeit des Bildaufbaus bestimmt. Eine eigene Grafikkarte kommt in der Regel nicht zum Einsatz. Meist ist es ein auf die Hauptplatine integrierter Chip, der diesen Job übernimmt. Neben dessen Verarbeitungsgeschwindigkeit zählt vor allem auch der Speicher, der ihm zur Seite steht. Hat er eigenen oder muss er diesem vom Arbeitsspeicher des Netbooks abzwacken. Je mehr eigenen Speicher er hat, desto besser. Muss er hingegen mit dem Rechner teilen, wird dieser schneller knapp und die Arbeit ausgebremst.
Spiegelung
Wichtig ist die Frage nach der Beschaffenheit der Oberfläche. Wie bei Notebooks hat man auch bei Netbooks die Wahl zwischen verspiegelten und entspiegelten Displays. Erstere Version verspricht kräftigere und leuchtendere Farben, hat jedoch den Nachteil stark zu reflektieren. Mit Problemen muss man besonders bei Sonnenlicht und unter Leuchtstoffröhren rechnen. Da ein Netbook vermutlich an sehr viel verschiedenen Orten arbeiten soll, kann man nicht guten Gewissens zu dieser Lösung raten. Greifen Sie besser zu entspiegelten Versionen.
Denken Sie auch an die Hintergrundbeleuchtung. Sie muss ausreichend kräftig sein und darf nicht Probleme beim Tageslichtbetrieb verursachen. Die Leuchtkraft sollte daher mindestens 200 cd/m2 (Candela pro Quadratmeter) betragen. Zur guten Lesbarkeit trägt auch ein hohes Kontrastverhältnis bei. Dessen Wert sollte nicht unter 500:1 liegen. Für beide Werte gilt: Je höher, desto besser.
Batterielaufzeit
Wer lange mobil arbeiten möchte, braucht ein Netbook mit leistungsfähigem Akku. Den haben aber nicht alle Modelle. Bei einigen reicht der Energiespeicher nicht einmal für zwei Stunden unabhängigen Arbeitens. Andere bringen es hingegen auf bis zu acht Stunden - einen kompletten Arbeitstag.
Woran erkennt man, wie kräftig ein Akku ist? Zunächst geben die Hersteller eine Zeitspanne vor. Diese ist jedoch häufig unter idealen Bedingungen ermittelt und sehr positiv dargestellt. Diesen Werten kann man meist gut 20 Prozent Laufzeit abziehen, um realitätsnahe Zeiten zu bekommen.
Akkuleistung erkennen
In den technischen Daten findet man weitere Anhaltspunkte über die Akkuleistung. Dort ist die Rede von Zellen, quasi Speichertanks in den Batterien. Einfache Akkus besitzen drei solcher Zellen, Dauerläufer sechs. Ein 3-Zellen-Akku ist günstiger, ein 6-Zellen-Akku ist schwerer. Einen zusätzlichen Hinweis liefert die Angabe der Kapazität, gemessen in mAh (Milliampere-Stunden). Haben die Akkus nur einen relativ kurzen Atem, liegen die Werte meist zwischen 2.000 und 3.000 mAh. Halten sie lange durch, steigen diese auf 5.000 bis 6.000 mAh.
Energie sparen
Tipp: Die Akkulaufzeit lässt sich verlängern, wenn Sie während des Arbeitens die drahtlosen Netzwerkfähigkeiten abschalten und stets nur dann aktivieren, wenn Sie diese benötigen. So können Sie etwa 25 Prozent mehr Leistung aus dem Akku herausholen. Auch das Herabsetzen der Bildschirmhelligkeit verlängert die Akkulaufzeit spürbar. Ebenso das Absenken der Rechengeschwindigkeit des Prozessors, das auf Netbooks mit Intels Atom-Prozessor möglich ist.
Prozessor
Den überwiegenden Teil aller Netbooks treibt ein Intel-Atom-Prozessor an. Er ist relativ sparsam und der schnellste aller in dieser Gattung verwendeten Prozessoren. An die Leistung moderner Core-2-Prozessoren kommt er allerdings nicht heran. Unter anderem, weil er mit nur einem Rechenkern auskommen muss. Man trifft aber auch auf Mobilversionen von Intels Celeron, auf AMD-Kerne und VIA-Prozessoren. Aufgrund der geringeren Rechenleistung bevölkern diese in der Regel günstigere Netbooks.
Neben dem verwendeten Prozessor spielt auch die Busgeschwindigkeit eine Rolle. Sie entscheidet darüber, wie schnell die Daten von einem Ort zum anderen gelangen; etwa vom Prozessor zum Arbeitsspeicher oder zum Grafikchip und zurück. Für ein flottes Netbook sollte der entsprechende Wert nicht unter 533 Megahertz (Mhz) liegen.
Arbeitsspeicher
Was für PCs gilt, trifft auch für Netbooks zu: Ohne genügend Arbeitsspeicher macht´s keinen Spass. Die Programme laufen langsam ab und mitunter kommt es zu längeren Wartezeiten. Allerdings ist der Speicherhunger der kleinen Klapp-Computer ein wenig geringer, als der von Notebook und PC. Das liegt daran, dass darauf keine überfrachteten Betriebssysteme laufen (mehr dazu weiter unten im Kapitel „Betriebssystem“).
Sehr genügsam ist beispielsweise das Linux-Betriebssystem. Damit ausgestattete Netbooks kommen gut mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher zurecht. Nutzt man jedoch große Programmpakete, wie etwa das kostenlose OpenOffice, geht die Arbeit mit einem Gigabyte Speicher flüssiger von der Hand. In jedem Fall wichtig: Der Arbeitsspeicher sollte erweiterbar sein. Im Idealfall funktioniert das von aussen, ohne das Netbook komplett auseinandernehmen zu müssen.
Auf die Arbeitsgeschwindigkeit hat auch die Art des verbauten Speichers Einfluss. So verarbeiten DDR2-Speicher mehr Daten und das schneller als ältere DDR-Versionen in gleicher Zeit. Wie schnell, darüber entscheidet die Taktrate. Gut für Netbooks sind beispielsweise 667 Megahertz.
Netzwerk
Seinen Namen hat das Netbook in erster Linie davon, dass man mit ihm ins Netz geht, also ins Internet oder ins lokale Netzwerk. Entsprechend gut ausgestattet sind diese mit jeweiligen Schnittstellen. Neben dem obligatorischen LAN-Anschluss für kabelgebundenen Anschluss ist vor allem der WLAN-Standard interessant. Darüber nimmt ein Netbook bevorzugt Kontakt zur Umgebung auf.
WLAN
Um ausreichend fix ohne Kabel surfen und Daten übertragen zu können, sollte das Gerät mindestens den g-Standard (IEEE 802.11g) beherrschen. Dieser erreicht eine Datenübertragungsrate von bis zu 54 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Fixer, nämlich bis zu 300 Mbit/s geht es mit dem n-Standard. Dieser lässt sich jedoch nur nutzen, wenn ihn auch die Gegenstelle, etwa ein WLAN-Router, unterstützt.
Bluetooth
Praktisch ist auch Bluetooth, das jedoch nicht alle Netbooks beherrschen. In der Regel findet man es bei den gehobenen Versionen. Bluetooth erlaubt den Datenaustausch mit dem Handy und mitunter sogar die Nutzung des Handy als Breitbandmodem für den Onlinezugriff unterwegs. Darüber hinaus lassen sich auch eine Maus oder ein Headset für Video- oder Internettelefonie (VoIP) per Bluetooth einbinden.
UMTS
Relativ selten trifft man auf ein fest integriertes UMTS-Modem. Darüber liesse sich in modernen Mobilfunknetzen im Internet surfen und das sogar mit DSL-Geschwindigkeit. Viele Mobilfunkprovider haben dafür Einsteckmodems für den USB-Anschluss im Angebot. Praktischer ist jedoch die interne Lösung. So steht kein Empfänger vom Gehäuse ab, an dem man hängen bleiben könnte oder der aus der Buchse fallen kann. Auch besteht nicht die Gefahr, das externe UMTS-Modem zuhause liegenzulassen. Für die interne Lösung ist jedoch wie für die externe der Abschluss eines entsprechenden Mobilfunkvertrages nötig.
Festplatte
Beim Massenspeicher setzen Netbookhersteller auf unterschiedliche Lösungen. So trifft man auf herkömmliche Festplatten und auf SSD. Das steht für Solid State Disc und beschreibt Flashspeicher, der in etwa mit dem Flashspeicher in USB-Sticks vergleichbar ist. Wie die Sticks ist diese Gattung sehr robust und arbeitet lautlos. Grund: In einer SSD gibt es keine beweglichen Teile. Damit sinkt auch der Stromverbrauch, so dass der Akku längeren Atem bekommt. Weitere Vorteile: Eine SSD kennt keine Defragmentierung und die Speichertechnologie gestattet eine kleinere Bauweise.
Vorteil SSD
Spricht also alles für die SSDs? Im Prinzip, ja! Allerdings ist SSD-Speicher immer noch recht teuer, so dass die verwendeten Speicher stark begrenzt sind. Meist gibt es nur eine Hand voll Gigabyte. Diese kleinen Versionen entsprechen zudem oft nicht dem Stand der Technik und arbeiten relativ langsam. Nur moderne SSDs übertreffen Festplatten in der Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Ideal wären folglich grosse, moderne SSDs.
Kleine SSDs eignen sich nur für alle, die überwiegend Texte schreiben, im Internet surfen, E-Mails schreiben und das Netbook für Videotelefonie nutzen. Soll das Gerät im Urlaub aber auch als Zwischenlager für die Urlaubsfotos herhalten, wird es schnell zu knapp. Dann ist eine Festplatte gefragt, die deutlich mehr Speicher zur Verfügung stellen kann. Manche Geräte können auch externe Speicherkarten als Festplattenersatz nutzen. Der Gesamtspeicher ist somit leicht und günstig erweiterbar.
HD plus SSD
Mitunter trifft man auch auf eine Kombination aus beiden Techniken, also Festplatte plus SSD. Vorteile dieser Lösung gegenüber einer reinen Festplattenlösung (wenn eine moderne SSD eingesetzt ist): Es gibt ausreichend Speicherplatz, höhere Geschwindigkeit bei stetig wiederkehrenden Aktionen und dem Systemstart sowie eine längere Akkulaufzeit. Nachteil: Zwei Speicher erhöhen das Gesamtgewicht.
Anschlüsse
Um MP3-Player, Digicam und andere Geräte anschliessen zu können, benötigt das Netbook entsprechende Anschlüsse. Für die genannten sind USB-Ports wichtig, am besten nach dem fixen 2.0-Standard. Dieser ist schnell genug, um auch grosse Datenmengen flott zu übertragen. Daran lassen sich ebenfalls externe Festplatten und DVD-Laufwerke anschliessen.
Zum Erweitern des Speicherplatzes oder zum Leeren des Digicamspeichers ist ein Kartenleser wichtig. Hier trifft man in der Regel auf den SD-Kartenschacht. Um Musik hören und Filme betrachten zu können, ohne die Umgebung zu stören, ist ein Kopfhörerausgang unentbehrlich. Für Tonaufnahmen wichtig: ein Mikrofoneingang.
Meistens haben Netbooks auch einen Monitorausgang, um grössere Bildschirme ansteuern zu können. Verbreitet ist hier der VGA-Anschluss, seltener trifft man auf DVI oder gar den HDMI-Ausgang. Ebenfalls kaum verbreitet ist ein Erweiterungsschacht für ExpressCards. Hier liessen sich etwa UMTS-Modems einstecken oder zusätzliche Schnittsellen, wie etwa Firewire oder USB, anfügen.
Tastatur
Ein kleines Gehäuse lässt auch die Tastatur schrumpfen. Bei nur sehr wenigen Netbooks reicht diese nicht an ausgewachsene Modelle heran. Wer viel tippen muss, sollte daher auf kleinste Gehäusemasse verzichten und genau kontrollieren, wie viel Platz für die Tastatur vorhanden ist und wie gross die Tasten sind.
Bei Netbooks mit Zehn-Zoll-Display ist das Keyboard in der Regel ausreichend gross, allerdings nur, wenn dieses auch die gesamte Gehäusebreite ausnutzt. Problematisch kann es bei kleinen Geräten werden, die einen breiten Rand neben dem Tastenfeld haben. Mächtige Männerhände haben hier grössere Probleme als zierliche Frauenfinger.
Nicht zu vergessen das Trackpad. Auch dafür bleibt oft nicht viel Platz, weshalb einige Hersteller das Eingabefeld teilweise kräftig minimieren. Ist es zu klein, lässt sich das Betriebssystem nicht mehr komfortabel bedienen. Achtung Vielschreiber: Bei einigen Netbooks befindet sich die Hochstelltaste (Shift) unverständlicherweise nur auf der rechten Seite, was manchen empfindlich stören könnte.
Betriebssystem
War auf den ersten Netbooks ausschließlich das kostenlose Linux installiert, dominiert heute das betagte Windows XP. Hauptgrund: Es ist den meisten vertraut, die Bedienung ist gewohnt. Es gibt zahlreiche kompatible Programme, die man auch auf Notebook oder Desktop-PC nutzt und das Angebot an neuer Software ist riesig. Durch das Alter des Systems gilt es zudem als ausgereift. Besonderer Vorteil: Der Datenabgleich mit dem Hauptrechner ist denkbar einfach, wenn auf beiden ein Windows-System installiert ist. Nachteil: Selbst das im Vergleich zu Windows Vista als ressourcenschonend geltende System, hat dennoch einen nicht zu unterschätzenden Leistungshunger. Für viele einfach ausgestattete Netbooks ist es eigentlich zu mächtig.
Windows Vista
Microsofts aktuelles Betriebssystem ist für Netbooks vollkommen ungeeignet. Sein Leistungshunger ist so groß, dass es nur quälend langsam auf der vergleichsweise einfachen Hardware laufen würde. Wer unbedingt mit diesem System arbeiten möchte, sollte sich nach einem kleinen, kompakten aber vollwertigen Notebook umsehen.
Windows 7
Für den Nachfolger von Windows Vista verspricht Microsoft, eine spezielle Version für Netbooks zu veröffentlichen. Sie soll sich mit akzeptabler Geschwindigkeit auf Netbooks ausführen lassen. Microsoft nennt sie Starter-Version. Im Vergleich zu den übrigen Windows-7-Varianten wird sie aber nur in der Lage sein, drei Programme gleichzeitig ablaufen lassen zu können (Anwendungen im Hintergrund nicht mitgerechnet). Das ist die Bedingung dafür, den Preis niedrig zu halten. Zudem wird die Starter-Version nur vorinstalliert erhältlich sein. Die übrigen Versionen sollen zwar ebenfalls auf Netbooks lauffähig sein, werden jedoch deutlich mehr kosten.
Linux
Besonders auf günstigen Netbooks findet man häufig eine Linux-Version. Das kostenlose Betriebssystem ist schnell, stabil und gilt als sehr sicher; für Linux gibt es kaum eine Bedrohung durch Viren oder Trojaner. Das Betriebssystem ist zudem häufig für den Betrieb auf Netbooks optimiert. So gibt es etwa spezielle Oberflächen für die kleinen Monitore und unnötiger Ballast, der die Geräte ausbremsen könnte, ist entfernt. Die Bedienung ist mit der von Windows vergleichbar. Umsteiger haben keine Schwierigkeiten zu erwarten. Manche Hersteller bieten ein und dasselbe Netbook in zwei Varianten an: mit Linux oder mit Windows-XP als Betriebssystem. Ersteres ist nicht selten bis zu 50 Euro günstiger, weil für Linux keine Lizenzgebühren anfallen.
Weiterer Vorteil: Sämtliche Programme für einen normalen Arbeitsalltag gehören bei Linux zum Lieferumfang, etwa auch das kostenlose OpenOffice, das Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation- und Zeichenprogramm vereint und zudem voll Windows-kompatibel ist.
Zwei Systeme
Manche Geräte arbeiten eigentlich mit Windows, besitzen jedoch zusätzlich ein abgespecktes Linux, mit dessen Hilfe sie besonders schnell starten sollen und Zugriff auf wenige Funktionen ermöglichen. Dieses soll immer dann nützlich sein, wenn man nur kurz etwas nachsehen aber nicht das Netbook komplett starten möchte. Der Zugriff auf Windows und dessen Daten bleibt bei diesem Schnellstart jedoch verwehrt.
Wer seine Dokumente nur online bearbeitet, wie beispielsweise mit Googles „Texte und Tabellen“, braucht auf das System keine Rücksicht zu nehmen. Die Programme laufen in gängigen Webbrowsern, wie es sie auch für Linux gibt.
Recovery-CD
Ganz gleich, zu welchem System man greift, wichtig ist der Schutz der Daten. Kommt es zum GAU und das Netbook startet nicht mehr, braucht man ein Backup seiner Daten, mindestens aber eine Recovery-CD. Damit ließe sich zumindest der Auslieferungszustand des Netbooks wiederherstellen. Nicht vielen Geräten liegt solch eine CD bei. Oft muss man selbst für die Sicherung des Systems sorgen. Einige Hersteller bieten diesen Service auch gegen eine (meist hohe) Gebühr an.
Praktische Extras
Zahlreiche Netbooks arbeiten mit nahezu identischer Hardware, so dass die Entscheidung zwischen dem einen oder dem anderen Gerät nicht immer leicht fällt. Neben dem Aussehen gibt es auch einige interessante Extras, die den Ausschlag für ein Gerät geben können. Fast alle Netbooks besitzen beispielsweise eine in den Gehäusedeckel integrierte Webcam. Bei nicht wenigen beträgt dessen Auflösung aber nur 0,3 Megapixel. Deutlich bessere Bilder mit mehr Detailreichtum sind da bei Kameras mit 1,3 Megapixel Auflösung zu erwarten.
Musik und Videotelefonate
Wichtig für Videokonferenzen sind Mikrofon und Lautsprecher. Letztere benötigt man auch zum Musik hören ohne Kopfhörer. Aus Platzgründen bringen jedoch einige Hersteller die Lautsprecher an der Unterseite des Gehäuses an. Das ist gutem Klang und der Verständlichkeit bei Gesprächen nicht gerade förderlich. Für das reine Musikhören eignen sich Geräte, die eine MP3-Funktion bieten, ohne das Betriebssystem starten zu müssen. Manche erlauben auch, einen externen MP3-Player am USB-Port des inaktiven Netbooks zu laden. Diese Funktion ist jedoch nur zuhause praktisch. Unterwegs kostet das wertvollen Strom, der dem Netbook später fehlt.
GPS und Gehäuseschutz
Wenige Geräte besitzen auch einen GPS-Empfänger. Damit lässt sich die Position bestimmen. Im Zusammenspiel mit geeigneter Software liesse sich das System gar als Navigationsgerät benutzen. Soll der PC den Einsatz in rauer Umgebung vertragen oder Stürze vom Tisch überleben können, braucht er ein entsprechend widerstandsfähiges Gehäuse. Gegen unsichtbare Widrigkeiten, wie Bazillen und Co. hilft eine antibakterielle Beschichtung von Gehäuse und/oder Tastatur. Erreicht wird das durch eine spezielle Oberflächenversiegelung, etwa mit Nano-Silberionen. Diese tötet die Bakterien langsam ab und unterbindet die Neubildung.
Kann man sich nicht für eine bestimmte Gehäusefarbe entscheiden - manche Hersteller bieten Geräte mit mehreren unterschiedlichen Farbkombinationen an - können solche mit auswechselbaren Gehäuseschalen helfen. Zuweilen lassen sich auch eigene Ausdrücke am Deckel anbringen. Das verleiht eine persönliche Note.